Vektor oder Raster: warum dein Logo vektoriell sein muss
Ursprünglich im Oktober 2016 unter dem Titel "Was ist vektoriell?" veröffentlicht, überarbeitet 2026. Die Frage ist keinen Tag gealtert: Man fragt mich immer noch, warum ein als JPEG verschicktes Logo bei der Druckerei Probleme macht, und warum ich so hartnäckig von "Vektordateien" spreche. Hier ist die aktualisierte Fassung.
Zwei Arten, ein Bild zu beschreiben
Ein Rasterbild ist ein Raster aus farbigen Punkten, eine Matrix, daher der andere Name. Die Datei sagt im Grunde: "Zeile 34, Spalte 58, Farbe Rot", und das wiederholt sie für jeden der Millionen Pixel. Das ist das Format deiner Fotos: JPEG, PNG und heute WebP oder AVIF.
Ein Vektorbild speichert keine Punkte. Es speichert ein Rezept: "S-förmiger Bogen, Farbe Rot". Formen, Kurven, Füllungen, die die Maschine bei jeder Anzeige neu berechnet. Drei unmittelbare Folgen:
- man kann es ohne jeden Qualitätsverlust skalieren,
- man kann es leicht bearbeiten, eine Farbe zu ändern heißt, eine Anweisung zu ändern,
- man kann es in Echtzeit manipulieren, auch innerhalb einer Webseite.
Der Zoom-Test
Zoom stark in ein Foto hinein: Das Mosaik aus Pixeln taucht auf, die Konturen werden zu Treppen. Zoom in eine Vektordatei hinein: Die Maschine berechnet die Kurven neu und alles bleibt scharf, bei 200 % genauso wie bei 10.000 %.
Eine Feinheit, die ich schon 2016 erklärt habe und die weiterhin gilt: Am Ende der Kette ist dein Bildschirm immer ein Raster aus Pixeln. Ein Vektorlogo, das auf einer 16 Pixel breiten Fläche angezeigt wird, bekommt etwas weiche, abgerundete Ecken. Schuld ist nicht die Datei, sondern die Anzeigefläche, der es an Pixeln fehlt, ob die Grenze nun softwareseitig ist (das Bild wird zu klein angezeigt) oder physisch (der Bildschirm oder die Druckfläche ist zu klein).
"Mein Vektorbild ist verpixelt": die einzigen zwei Ursachen
Das war damals die häufigste Frage, und ich sehe nach wie vor nur zwei mögliche Erklärungen:
- Die Datei ist nicht wirklich vektorisiert. Als .ai, .eps, .pdf oder .svg gespeichert zu sein reicht nicht. Man kann problemlos ein Foto in ein Illustrator-Dokument einfügen: Die Endung ist vektoriell, der Inhalt nicht. Wenn das dein Fall ist, sprich es bei deinem Grafiker an.
- Der Anzeigefläche fehlen Pixel, wie oben erklärt.
Warum man ein Foto nicht vektorisiert
Technisch kann man jedem Bild Vektoren zuweisen, aber man kann ein Foto nicht vollständig mit einem originalgetreuen Ergebnis vektorisieren. Ein Foto lebt von seinen Verläufen, seinen Texturen, seinen komplexen Formen. In Vektoren umgewandelt, zeigt es beim Vergrößern zwar keine Pixel mehr, aber einen Aquarelleffekt, Farbflächen, die sich dort überlagern, wo vorher Substanz war.
Vektoriell glänzt auf seinem eigenen Feld: geometrische Formen, klare Farben, saubere Konturen. Mit anderen Worten Logos, Icons, Illustrationen, Diagramme.
Was sich seit 2016 geändert hat: SVG hat das Web erobert
2016 habe ich schon SVGs, die beim Hover animierten, direkt in diesen Beitrag eingebunden, was damals noch ein wenig exotisch war. Zehn Jahre später ist SVG zum Standardformat für Logos und Icons im Web geworden, und das aus guten Gründen: eine winzige Datei, perfekte Schärfe auf jedem Bildschirm, während die Pixeldichten explodiert sind, und die Möglichkeit, es in CSS zu gestalten und ohne zusätzliches Bild zu animieren.
Auf der Rasterseite liegt der Fortschritt woanders: AVIF und WebP komprimieren Fotos deutlich besser als JPEG. Die Rollenverteilung ist also sehr einfach geworden, und das ist die Regel, die ich anwende:
- Fotos und reiche Bildwelten: Raster, als AVIF oder WebP,
- Logos, Icons, Illustrationen: vektoriell, als SVG.
Keines der beiden Formate ist "besser". Jedes ist schlecht auf dem Feld des anderen.
Wenn ich ein Logo liefere, geht es immer vektoriell raus
Hier trifft die Theorie auf das Handwerk. Wenn ich eine visuelle Identität gestalte, wird das Logo vom allerersten Strich an vektoriell aufgebaut und vektoriell geliefert, nie nur als PNG. In meinem Grafikangebot starten das Logo und die essenzielle Marke ab 900 € mit dem Logo, seinen Varianten, der Palette und der Typografie, und die Rechteübertragung ist inbegriffen.
Diese beiden Punkte, Vektordateien und Rechteübertragung, schützen den Kunden auf dieselbe Weise: Sie machen ihn eigenständig.
Mit der Quell-Vektordatei exportiert sich dein Logo in jeder Größe und in jedem aktuellen Rasterformat: ein 16-Pixel-Favicon, eine Visitenkarte, ein Fassadenbanner, dieselbe Datei dient überall und bleibt überall scharf. Du musst mich nie in Eile erneut kontaktieren, weil die Druckerei "die Datei in hoher Auflösung" verlangt.
Mit der Rechteübertragung besitzt du deine Identität, du mietest sie nicht. Du kannst sie weiterentwickeln, jemand anderem anvertrauen, ableiten, ohne von ihrem Urheber abhängig zu sein.
Existiert dein aktuelles Logo nur als JPEG, das du aus einem alten Anhang gefischt hast, dann ist das ein lösbares Problem. Sprechen wir darüber.